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Im Helikopter über Antwerpen   22. Februar 2013

 
 

Im Willemdok am gleichen Steg wie unsere Dagens 2 lag nebenan der zum Wohnschiff umgebaute Spits "Arthur". Sein Eigner André war ein kreativer Allrounder, der neben seinem Optikergeschäft und seinem Hobby Schiffsumbau auch mithalf, historische Tragflächen-Flugzeuge wieder flugtauglich zu renovieren. Selbstverständlich konnte er sie auch fliegen. Darüber hinaus besass er den Fähigkeitsausweis als Helikopter-Pilot. - Manche Leute haben eben 24 Nutzstunden pro Tag. - Helikopter-Fliegen setzt aber ein gewisses Minimum an Flugstunden unter der Aufsicht eines Experten voraus. Für André war es wieder einmal Zeit, seine Trainingsstunde zu fliegen. Dazu hat er uns freundlicherweise eingeladen. So konnten wir mit André und seinem Experten die Stadt Antwerpen und ihren grossen Hafen aus der Vogelperspektive besehen. Ein wahrhaft himmlisches Erlebnis.

 
 

André nach dem Briefing bereit, das Cockpit des Helikopters zu besteigen.

 
 

Als Flugexperte und gleichzeitig persönlicher Freund von André begleitete uns Bernhard, der hauptberuflich die Unternehmung "Flying Group" führte, die für die Einsatzbereitschaft von Privatflugzeugen sorgte und nötigenfalls auch die Bemannung organisierte. Verständlich, dass er in dieser Aufgabe intensiv vom Mobile-Phone Gebrauch machte.

 

Und das war unser Fluggerät für 4 Personen -

unglaublich !

Helikopter mit 4 Sitzplätzen

 
 

Wir hoben nach kurzer Absprache mit dem Tower des Flughafens ab und überflogen zuerst die Altstadt von Antwerpen in Richtung auf das linke Scheldeufer. Schon war die Onze-Lieve-Vrouwekathedraal (Bildmitte unten) zu sehen. Dahinter liegt der Groenplaats und am linken Rand erhebt sich der Boerentoren, worin heute die VBC Bank ihren Sitz hat. Am rechten Rand blickt man Schelde-aufwärts und erkennt am Ufer die Zuiderterras.

 
 

 
 

Das am Südrand der Kernstadt gelegene erstinstanzliche Gerichtsgebäude der Provinz Antwerpen (Rechtbank van eerste aanleg Antwerpen) hob sich dank seiner speziellen Architektur auch aus der Luft von seiner Umgebung ab und war daher gut wiederzuerkennen.

 
 

 
 

In grossem Bogen flogen wir über den Stadtteil "Linkeroever" zum MAS-Gebäude und über unsern Jachthafen Willemdok. Im Vordergrund die Schelde (nach links ins Meer fliessend) und an ihrem Ufer das mit einem Sheddach bedeckte ehemalige Lager- und Umschlagsgebäude der Handelsgesellschaft "Wagen Natie", welches heute mehrere moderne Firmen beherbergt. Rechts davon der ehemalige Schleusenzugang von der Schelde zum Bonapartedok und zum Willemdok, den beiden ersten gezeitenfreien Doks des Antwerpener Hafens. Rechts davon das noch heute dem Lotsendienst auf der Schelde dienende Prunkgebäude (Loodsgebouw).

 
 

 
 

Yachthafen Willemdok

 
 

Weiter gings in Richtung Norden über den langgestreckten Hafen von Antwerpen hinweg (im Vordergrund das Kattendijkdok mit der Sibariabrug, dahinter das Albertdok und rechts wegführend der Albertkanaal), ....

 

 

 

 

vorbei am linksufrigen Car-Terminal 3 für den Verlad von Personenwagen (zwischen Vrasenedok, Waaslandkanaal und Doeldok)  ...

 

 

 

 

.... mit einem Blick auf die für Hochseeschiffe ausgemessene Boudewijnsluis (am untern Bildrand die Einfahrt von der Schelde her in die Schleuse - Zufahrt mit Brücke offen - und via Schleuse in den Hafen von Antwerpen).

 

 

 
 

Ein kurzer Blick auf die im Mittelteil bewegliche Noordkasteelbruggen, die den Hafen auf halber Länge überqueren ....

 
 

 
 

.... und schon fliegen wir über den Vesta Ölterminal am Kanaaldok B2 (im Hintergrund links der Kohlekaai und in der Bildmitte der Containerterminal Delwaidedok).

 
 

 
 

Etwas weiter Schelde abwärts sehen wir von oben in die zwei Kühltürme der Kerncentrale van Doel ....

 
 

 
 

.... und das Naturreservat "Het verdronken Land van Saeftinghe", das absichtlich nicht eingedeicht worden ist und das bei Spring- und Sturmflut jeweils unter Wasser steht. Das Brackwasser (halb Süss-, halb Salzwasser) sorgt für eine spezielle Flora und Fauna und ist deshalb besonders schützenswert. Bisher hat sich die Entwicklung des Hafengebietes an diese Reservatsgrenze gehalten. Aber es gibt auch starke Kräfte, die dieses weite Gebiet für den Warenumschlag nutzbar machen möchten. Geniessen wir also seine heute noch unversehrte Landschaft mit den dem Wattenmeer gleichenden Prielen.

 
 

 
 

Von da aus visierten der Pilot und  sein Experte zu unserer Überraschung ein ihnen bekanntes Restaurant am Rande der Stadt an, liessen uns im Vorbeiflug das hübsche Schloss "De Pulhof" in Wijnegem sehen ....

 

 

 

 

.... und landeten dann auf dem Rasenspielplatz direkt vor dem Restaurant "De Vogelenzang" in Schilde. Wir erkannten bald, dass sie hier Stammgäste waren und verschiedenen Bekannten an Nachbartischen zuwinkten. Aber so häufig passierte es doch nicht, dass ein Helikopter gleich vor der Front des Speisesaals landete und so waren die Fenster mit schaulustigen Gästen gesäumt. Die Speisekarte war erlesen und wir genossen diesen exquisiten Lunch.

 
 

 

 

Schnell noch ein Erinnerungsfoto vor "unserem" Helikopter. Auf unserem Heimflug streiften wir den Albertkanal und überflogen in hohem Bogen die Ringautobahn um Antwerpen mit ihren schwungvollen Zu- und Abfahrten ....

 

 

 

 

 

 

....bevor uns die Gastgeber sicher wieder auf dem Flugfeld von Antwerpen (Mortsel) auf sicheren Boden setzten.

 

 

 

 

Im Flughafengebäude begegneten wir lustigen und witzigen Fluggeräten des 1940 geborenen belgischen Künstlers Panamarenko, mit bürgerlichem Namen Henri van Herreweghe. Seine „poetischen Konstruktionen“, meist von Luftfahrzeugen, sind Installationen von oft monumentalen Ausmaßen und sowohl künstlerische als auch technische Experimente.

Schon zuvor war uns bei einem unserer Spaziergänge durch die Stadt Antwerpen der auf dem Dach seines Elternhauses an der Biekorfstraat 2 aufgesetzte Fluggerät-Landeplatz aufgefallen, aber da noch unerklärt geblieben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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 aktualisiert: 7.6.2015 / hg